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Peryt Shou:

Der Tierkreis als Schlüssel zum Christentum.

Der esoterisch-religiöse Ursprung der Astrologie.

 

Aus:

Astrologische Blätter. Monatsschrift für Forschung und praktische Arbeit auf allen Gebieten der Wissenschaftlichen Astrologie. Gegründet von Karl Brandler-Pracht. Organ der Berliner Astrologischen Gesellschaft. Schriftleiter: Bruno Noah. Linser-Verlag G.m.b.H., Berlin-Pankow, 6. Jahrgang, Heft 11, Februar 1925, S. 337 – 341.

Alles Bestehende hat seinen Logos, von dem es regiert und von dem es seinem Sinn nach erst erfaßt wird.

Jene „Flachköpfe, die Materialisten", von denen Schopenhauer einmal redet, begnügen sich mit der stumpfen Materie als ihrem Ab­gott. Sie ist ihnen das „Ur" der Dinge und hat keinen Logos, son­dern sie ist sich selbst Gesetz. Mit anderen Worten, die solches denken, genügen sich selbst, und als Ausdruck dieses Egoismus schuf ihnen ihr Verstand das Sich-selbst-Genügende, die stoffliche Welt, die Materie: So ist auch nach Schopenhauer die Materie das Abbild verstandesmäßiger Beschränktheit, der kausalen Gebundenheit des Intellektes.

Der Logos hat sein Zentrum nicht im Denken, nicht in der ober­bewußten Reflexion, sondern in den unterbewußten Wurzelkräften und Strebungen der Seele, dort wo mählich auch der Psycho-Analy­tiker das Zentrum des seelischen Erlebens sucht, in jenem Tiefen-Willen Schopenhauers.

Der „Pater profundus", der „Tiefen-Vater" redet hier, der wahre Urerzeuger aller Dinge, der Sache des „Erlebens" ist und nicht des Rechtens mit einer materialistischen Schein-Logik.

Der „Logos" ist vielmehr die wahre „Logik" aller Dinge und nicht bloß „Wort" oder „Vernunft".

Diese wahre Logik redet auch im „Schicksal" des Menschen und nicht bloß im „Denken", welches letztere ja wiederum nur ein abhängiger Faktor dieses „Schicksals" ist und ganz und gar durch dasselbe bedingt.

So vollzieht sich in uns eine „Logik", die über dem formalisti­schen Verstandes-Denken steht, wir nennen sie „Karman", „Schick­sals-Gesetzmäßigkeit" oder „Notwendigkeit". „Alles was geschieht, geschieht schlechthin notwendig", hatte Spinoza gelehrt.

Der Logos ist auch ein nicht in der Willkür eines Gottes, son­dern in der großen „Ananke", der „Notwendigkeit" eines Plato oder Anaxagoras ruhendes Ur-Prinzip. Er ist aber kein mechanisches Materie-Gesetz, kein stumpfer seelenloser Götze des heutigen materialistischen Gelehrtentums, er ist göttlich in einer höheren Gesetz­mäßigkeit, die nur unser Leben, unser Geschick vermittelt und die wir in ihm erlernen sollen.

Unsere Verbindung mit Gott liegt nicht im Denken, sondern im Logos-Willen, im „wirklichen" Leben, in der Wirklichkeit unseres Sinns, unseres Geschickes und seines Sinnes.

Vollauf berechtigt ist es, nach seinem Urgrund zu fragen, und unsern Blick in die Sterne zu erheben. Sehen wir sie doch nicht als „Materie-Klumpen" dort oben kreisen mit den abgestumpften Blicken der Materialisten. Die Materie ist uns eine Arbeits-Hypothese, die wertvolle Erkenntnisse vermittelt, nicht mehr.

Als Urgrund der Dinge können sie in der Tat nur jene von Schopenhauer genannten „Flachköpfe, die Materialisten" erfassen.

Man muß im Wesens-Zentrum des Menschen, im unterbewußten „Es" der Psychoanalytiker, dem großen Einen, dem Ueber-Ich, krank, schuldbeladen und borniert genug sein, um in der Materie den Sinn von allem zu erfassen. Das „Schicksal", der „Logos" muß die „gezeichnet" haben bei aller Hypertrophie des Verstandes, die solche Irrlehren ins Volk werfen und es seelisch verseuchen. Ein allge­meiner Götzendienst des Verstandes-Wissens ist die Folge und eine charakterlose Entseelung der Zeit. Der materielle Verstand läßt sich düngen wie Gartenerde, er wächst, er hypertrophiert, er erzeugt wuchernd wie ein Geschwür umfangreiches Wissen und ist doch wert­los. Wenn er der Kontrolle des Logos entfällt, sich ihm bewußt ent­zieht, fährt er bei allem äußeren Glanz in die Vernichtung!

So wird unsere Kultur „vernichtet" durch den Logos des Sternes, in dessen Zeit-Epoche sie eingetreten.

Dies ist der Christus-Kern und heißt Uranus. Aber Christus als Logos regiert nach Justinus Mertyrus in den sieben großen Logoi, den „Ministern des Herrn", den „Erzengeln", die Menschheit. Man wird fragen, inwiefern dies auf Erfahrung beruhe, oder bloße Speku­lation sei. „Erfahren" tun überhaupt nichts die Sinne, sie empfangen und „spiegeln" nur, erfahren tut der Geist! Die Lüge vom sinnlichen Erfahrungs-Dogma hat lange genug die Menschheit irregeführt.

Immer müssen wir fragen: Wer erfährt? Antwort: Das Ich! Letzteres ist aber auch nach Kant über-empirisch, denn es ist schon vor aller Erfahrung da! So ist der heutige materialistische Empi­rismus eine große Selbsttäuschung. Ein jedes Ich sieht die Dinge nach seiner kosmischen Eigenart, deshalb lehrte Kant, daß der intel­ligible, über-empirische Charakter dieses Ich nicht durch Erfahrung verändert werde. Unsere gelehrten Verstandes-Maschinen dienen in der Regel nur dem sog. „empirischen Charakter" des Ich, das Wesen dieses „intelligiblen Charakters", von dem Kant und Schopenhauer ausführlich reden, haben sie noch gar nicht begriffen. Aber nur ihr Verstand erfährt, der Seelen-Mensch ist diesen Verstandes-Maschi­nen eine Sentimentalität, ist tot! Schon hier zeigt sich der Christus-Stern mit seinem Selbst-Gericht beginnend: Uranus. Er blendet die Blender, er verstockt sie in ihres Herzens Eigendünkel. Er geht richtend auf. Aber Uranus, der Herr dieses anhebenden Aquarius‑Zeitalters entsprechend der Praezession, richtet jeden aus seiner Originalität, aus sich selbst heraus!

Vordem stand der Frühlingspunkt im Zeichen der „Fische". Hier war Jupiter der Herr, und auch Jupiter ist Christus, aber er ist der Richter aus dem Gesetz und aus der Tradition heraus.

Warum nun aber ist Christus der Logos, der richtende Logos unserer Erde, werden die Zweifler fragen, oder gar der Logos unseres Sonnen-Systems? Wenn wir uns die ältesten Tierkreis-Namen, die sogenannten „Dekane" ansehen, so ist das Zeichen, in dem die Erde noch zur Zeit steht: Uste, pha-uste (siehe die Dekanlisten in „Deutsch­lands Zukunft" vom Verf.). Dieser Name ist uns bekannt in dem sog. „fa-ustischen" oder „faustischen" Menschen unserer Epoche nach Goethe und Spengler. Er entspringt mithin dem Namen des Tier­kreises, der Welten-Uhr, weil die „Erde" in dem Himmels-Zeichen „Uste", „pha-uste" („Virgo", vergl. „Ostara" im Germanischen) steht. Wenn der Frühlingspunkt der Sonne in den „Fischen" bisher stand, muß die Erde in dem gegenüberliegenden Zeichen „Jungfrau" (Virgo) stehen. Ihr Haupt-Dekan heißt „Uste" oder mit der Hinzufügung „Haus" „pha-uste" (siehe die Dekanologien auch in dem umfassenden Werk H. Brugsch, Theasaurus inscript. Aegyptiacarum I-II).

Das erdige Dreieck aber in der „Jungfrau" heißt Ahri (achri) Ust, (n) Zaret, d. i. Stier, Jungfrau, Steinbock.. Diese Namen ergeben zusammen Chri-ust von n-Zarat oder „Christus von Nazareth", die Himmels-Jungfrau" gebiert also, wie die alten sakralen Himmels­listen ablesen lassen, den " Christus von Nazareth". Dieselben drei Erd-Dekane, in anderer Reihenfolge gelesen, ergeben als „nZarat-ust-ahri", der Name „Zarathustra", d. i. den persischen Heiland und „Er­richter", wie er wiederkehren soll.

Der Name des „Christus von Nazareth" steht also von Anbeginn schon in den Himmel eingeschrieben, im Tierkreis und zwar als Name des unsere Zeit beherrschenden „Erd-Dreiecks" (Jungfrau, Stier, Steinbock), darum geboren von der „Jungfrau" (Virgo)!

So ist Christus der Logos unserer „Erde" schon weit eher, als er geschichtlich erschien. Er gab uns schon die geheimnisvollen Namen der Himmelszeichen, der Dekane und wob seinen eigenen Namen hinein. Die Dekan-Listen in der überlieferten Gestalt sind nachweislich zirka 4000 Jahre alt.

Diese Namen beziehen sich auf alte Sternbilder. Letztere aber verschieben sich infolge der Präzession. Wie die „Hyaden", ein altes Gestirn des „Stiers", heute zu den Zwillingen" gerechnet wer­den, so verschiebt sich auch das Sternbild „Virgo" zurzeit in den „Löwen". Damit rückt das gesamte Dreieck vor, das wir als erdiges Dreieck bezeichnen und auf die „Jungfrau" beziehen.

Es nimmt mit dem Vorrücken der Erde in das Sonnenzeichen „Löwe" nun selbst Sonnen-Charakter an. Damit muß auch im „fa-ustischen" Geist eine tiefgehende Wandlung vor sich gehen. Das Erdige, das Materielle, verklärt sich zum Sonnenhaften!

Ist dieser Vorgang schon damit angedeutet, daß sich die Materie unseren Forschern als ein Strahlungs-Prinzip des Aethers zu enthüllen beginnt. Also auch unsere Entdeckungen gehen im Rhythmus des Weltenjahres vor sich.

Warum aber ist dem Forscher das Geheimnis dieses allbestim­menden kosmischen Logos und seines Rhythmus noch so ver­schlossen, daß er seine Realität nicht sieht, ja sie bekämpft? Warum folgt er nicht dem Ruf dieses Logos, warum lebt er noch in der „erdigen", materialistischen Anschauung der ersten fa-ustischen Epoche?

Der materialistische Forscher steht ganz im Banne der mate­riellen Kausalität. Sie ist sein Abgott. Den Rhythmus des Welten­logos aber bestimmt eine höhere Kausalität, die „Logik", die wir vom Wesen des „Logos" ableiteten. Man kann sie auch mit Schopenhauer als „a-logisch" verstehen, bezogen auf die irdischen Dinge, denn sie ist der materialistischen Logik in vielem entgegengesetzt. Aber in Wirklichkeit ist diese höhere Kausalität (oder Logik) eben nicht dem Stoff unterworfen, sondern einer Macht, welche die einzig wirk­liche und wahre ist, dem Logos.

Die Wirklichkeit der materiellen Welt ist nur eine imaginative (Kant, Schopenhauer). Die Materie ist abhängig von unserm Denken und Erfassen (Kant), sie ist also nicht identisch mit der wahren Substanz aller Dinge, wie sie Spinoza auffaßt. Diese Substanz ist der Logos und die Materie ihr Attribut (Spinoza).

Sie erkennt aber der Forscher nicht, weil er Vestandes-Sklave geworden in diesem materialistischen Zeitalter, und paralysiert von der stofflichen Kausalität. Sie ist der „Bal" dieses Zeitalters.

Nun aber schreitet der Zeiger der Welten-Uhr unbarmherzig fort im Rhythmus einer höheren Gesetzmäßigkeit, und die Bals­-Priester des Staubes vernehmen ihn nicht. So werden sie zum Todes-Becher des „faustischen" Menschen, wie bei Goethe, greifen. Wie in Rußland, wo Uranus in seinem schärfsten Aspekt herrschte, die Intelligenz hingemordet wurde, so wird auch die übrige abendlän­dische Intelligenz vor eine furchtbare Frage gerückt werden.

Das Volk wird sich empören gegen seine intelligente Oberschicht und wird von ihr den getöteten Gott, den inneren Führer, zurückver­langen. Hängt er aber nicht als Christus von Nazareth am Welten-Kreuz? Ist er nicht der Geist der Erde selbst? So wird er auch vielleicht kommen und die Klügsten am schwersten richten!

Dies mag dem hochmütigen Wissensgeist unserer Zeit als Phan­tastei erscheinen. Diese Erde schreitet augenblicklich durch den De­kan, der an der Grenze von „Jungfrau" und „Löwe" liegt und in den alten Himmels-Listen „Uste-tome" oder „Uz-tom" („So-dom") heißt, wie Verfasser in der Schrift „Schauungen" näher nachgewiesen.

An dieser Grenze schwingt ein merkwürdiger Stern als Träger des „sodomitischen Feuers", von dem die Kabbala redet.

Hier in diesem Dekan „So-dom" sammelt sich das der Vernich­tung preisgegebene Karma, das sogenannte Sanonita-Karma der Erde und gerät durch einen dunklen Stern am Ende dieser Weltepoche in Brand. Welches ist dieser Stern?

Offenbar Neptun, der um 1926 in den Dekan Ust-tone (So-dom) tritt. Er ist auch astronomisch betrachtet, dunkel, wegen des unge­heuren Abstandes von der Sonne. Im Fernrohr erscheint er wie Ura­nus in einem grünlichen phosphoreszierenden Dämmerlicht. Die Synthese seines Stoffes kennt man nicht, nur ist er wolkenhaft leicht.

Wenn Neptun über den Erd-Punkt schreitet, so entfesselt eine dem Neptun verwandte große Sonne, aber dunkel wie er, ihre Macht, ein Stern, der bisher von furchtbarster Strahlungsart gilt: Algol.

Von Al-gol kommt das Gericht des Chri-uste von Nazareth! Hier häufte sich das schwerste Karma der Erde. Darum gilt auch der Algol-Punkt im Tierkreis (23° Stier) als so verderbenbringend.

Von der dunklen Sonne des Algol regiert die Christus-Hierarchie unsere Erde. (siehe darüber ausführlicher in meiner Schrift: „Edda", 2. Auflage und „Yoga als Weg zur ewigen Jugend".)

Al-gol ist nicht bloß sprachlich identisch mit „Gol" (Haupt) in „Gol"-gatha. Hier liegt noch heute das himmlische Golgatha, die kosmische Gerichtsstätte, hier geschah das größte Verbrechen, hier geschieht es noch heute. Hier wird das Urlicht-Geheimnis von einer in den Stoff verklärten Menschheit fortlaufend übertreten und ent­weiht.

Die ewige Liebe des Christus und ihre Erlösungskraft erreicht die darbende Menschheit nicht mehr. So verfinsterte sich dieser hei­ligste Ort. Ein Wall von Lehrmeinungen oder Dogmen hat sich auf­gerichtet und hält das erlösende Licht fern.

Wenn es aber diesen Wall durchbricht, so wird es keine Macht geben, die dem furchtbaren Stern wehrt.

Wenn dieser Zeitpunkt naht, dann wird das Sternenweistum, die Astrologie wieder ihres wahrsagerischen Charakters entkleidet, die Interpretion des göttlichen Willens selbst werden. Aber sie fordert ein Geschlecht, das Herzens-Erleuchtung mit dem Ewigen verbindet, der Verstand kann ihren letzten Sinn nicht finden. Denn dieser Sinn der astralen Astrologie heißt: „Christus von Nazareth, geboren von der „Jungfrau", der „Erde Geist" und ihr Erlöser und Verklärer."


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